Hochschule Osnabrück

Ein weiteres Forschungsprojekt läuft an der Hochschule Osnabrück, Fakultät Agrarwissenschaften und Landschaftsarchitektur. In dem durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) geförderten Projekt „Konzept zur nachhaltigen Nutzung von Kulturdenkmalen mit Grünbestand am Beispiel der Denkmale Hase- und Johannisfriedhof in Osnabrück“ wird erforscht, wie ehemalige Friedhöfe genutzt werden können.

Viele ehemalige Friedhöfe in Deutschland machen deutlich, dass die Umwidmung meist mit einem einschneidenden Verlust an wertvoller Substanz einhergeht. Die Nutzung verändert sich. Besuche und Pflege der Gräber werden weniger, stattdessen werden Hunde ausgeführt und Alkohol konsumiert. Nur in wenigen Fällen gelingt es die vielen Potentiale der Orte auf-zugreifen. Dabei treffen hier innerhalb eines klar definierten Raums die verschiedensten Aspekte aufeinander: Geschichte, Inschriften, Symbole, imposante Bausubstanz und Natur. Nicht zuletzt gelten viele Friedhöfe als ruhige Oasen in der Stadt.

Um eine fundierte Grundlage für die konkreten Planungen und Vorhaben zu erlangen, wurden vorerst unterschiedliche Untersuchungen (Nutzungsanalyse, Befragungen, Interviews, Landschaftsbildbewertung, Inventarisierung) auf den beiden Friedhöfen durchgeführt. Auf dieser Grundlage wird letztendlich das Konzept erstellt. Im Letztendlich soll ein Leitfaden entstehen, der Vorschläge für den Umgang mit ehemaligen Friedhöfen enthält.

Die Nutzung der Friedhöfe als Orte der Kultur und der Bildung stehen bisher im Mittelpunkt. Im Sommer 2012 wurden erste neue Nutzungen der beiden Friedhöfe initiiert. So fanden z.B. vier Veranstaltungstage unter dem Titel „Neues Leben zwischen alten Gräbern“ statt. Zudem wurde gemeinsam mit Cache4You eine Geocache-Tour, „Von Grabstätten und Stolpersteinen – Eine Geocache-Tour durch Osnabrück„, zur regionalen Geschichte in der Zeit des Nationalsozialismus entwickelt.

Die Nutzung eines Friedhofs als Ort der originären Beisetzung ist und bleibt jedoch die beste Form der Nutzung. Durch sie sind Aspekte wie der Erhalt der Substanz, die soziale Kontrolle oder der respektvolle Umgang der Menschen mit den Flächen am ehesten gegeben. Jedoch ist dies aufgrund des Überangebots an Friedhofsfläche in vielen Kommunen nicht möglich.

Für den Hase- und den Johannisfriedhof ist zu hoffen, dass sich durch die Einbindung zahl-reicher Institutionen die ersten Ansätze auf Dauer etablieren und weiterentwickeln und die verschiedenen Nutzungsformen dem Erhalt der Denkmale zugutekommen.

Hochschule Osnabrück:
„Konzept zur nachhaltigen Nutzung von Kulturdenkmalen mit Grünbestand“

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